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Mount Massive

Am Turquoise Lake geht gerade die Sonne unter. Nach meiner langen Wanderung heute hinauf zum NoName Peak genieße ich einfach die Natur und die Stille hier. Ich weiß zwar noch nicht, was der morgige Tag bringen wird, aber darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Erst mal sehen, wie das Wetter wird.

Um vier Uhr morgens bin ich schon wieder hellwach. Es ist einfach zu kalt im Zelt, um schlafen zu können. Dazu ist heute fast schon Vollmond. Groß und leuchtend steht er am Himmel, wie eine milchigweiße Scheibe, die die ganze Erde in ein sanftes Licht einhüllt. Was soll ich nur tun so früh am Morgen? Schlafen kann ich sowieso nicht mehr.



Turquoise Lake
Morgendämmerung am Turquoise Lake


Ich schaue hinauf zum Mond und dann hinüber zu den Berggipfeln oberhalb des Sees. Vielleicht sollte ich heute einen dieser Berge besteigen. Wer weiß, ob ich je in meinem Leben noch einmal hierher komme. Der Himmel ist klar. Das Wetter wird bestimmt gut. Warum eigentlich nicht? Wieder schaue ich hinüber zu der schwarzen Silhouette der Berge. Und auf einmal packt es mich. Ich werde heute den Mount Elbert besteigen. Den höchsten Berg der Rocky Mountains.



Mount Massive Trail
Auf dem Mount Massive Trail oberhalb der Baumgrenze


Vielleicht ist es gut, dass ich so früh aufgewacht bin. Denn dann brauche ich mir nicht soviel Sorgen zu machen wegen der Nachmittagsgewitter. Selbst wenn ich mir Zeit lasse, bin ich bestimmt bis Mittag oben auf dem Gipfel. Und bis um zwei bin ich dann schon wieder unterhalb der Baumgrenze.

Im Nu habe ich meine Sachen gepackt und fahre mit dem Auto durch die Nacht Richtung Halfmoon Campground. Der schmale Waldweg endet am Trailhead des Mt. Elbert. Aber obwohl es erst 5 Uhr morgens ist, stehen hier schon jede Menge Fahrzeuge. Wahrscheinlich hatten diese Leute alle die gleiche Idee wie ich und wollen heute den höchsten Berg der Rocky Mountains besteigen. Und wahrscheinlich entwickelt sich das hier in ein paar Stunden noch zu einer regelrechten Massenwanderung. Dazu habe ich aber überhaupt keine Lust. Und warum muss es auch ausgerechnet der Mount Elbert sein? Wenn ich noch ein paar hundert Meter weiter fahre, bin ich am Trailhead des Mount Massive. Der ist fast genauso hoch, nur 4 Meter niedriger. Statt 4.387 Meter nur 4.383 Meter. Ist das vielleicht wichtig? Dafür bin ich dort ganz allein unterwegs. Gedacht, getan. Mit einem letzten Blick auf die vielen Fahrzeuge fahre ich noch das kurze Stück durch den Wald. Und hier bin ich tatsächlich die Einzige. Hallo Mount Massive. Ich komme :-)



Mount Massive
Blick auf den Gipfel des Mount Massive


Es ist noch immer dunkel, als ich mich warm eingepackt auf den Weg mache. Gut ausgerüstet, mit dickem Wollpullover, Regenjacke, Wanderführer, Trillerpfeife, meiner Spiegelreflex, zwei Zusatzobjektiven und natürlich jeder Menge zu Essen und zu Trinken. Komisch ist es schon, so ganz allein im Wald unterwegs zu sein. Nicht wegen der Dunkelheit, sondern wegen der Bären, die es hier gibt. Aber da die Bären dem Menschen meist aus dem Weg gehen, falls sie sie rechtzeitig wahrnehmen, fange ich einfach an, laut zu singen und zu sprechen. Und so bin ich im Nu an der Wegkreuzung, an der ein Schild den Weg nach links weist. Ab hier geht es bergauf. Richtung Mount Massive. Als ich aus dem Wald trete und mein Blick zum ersten Mal auf den vor mir liegenden Berggipfel fällt, verlässt mich fast schon der Mut. Da soll ich hinauf? Auf diesen hohen Berg?



Mount Massive
Tundralandschaft an den Flanken des Mount Massive


Aber dann kommt mir ein guter Gedanke. Ich kann es ja einfach mal probieren. Wenn ich es nicht schaffe, kehre ich einfach wieder um. Ich muss ja nicht hinauf! Schritt für Schritt gehe ich bergauf. Gleichmäßig, ohne Hast, ohne Eile. Das hier hat mit dem Sportklettern wie ich es kenne überhaupt nichts zu tun. Hier geht es um etwas ganz anderes. Um Ausdauer. Zähigkeit. Darum, sich etwas hart zu erarbeiten. Sich nicht unterkriegen zu lassen von diesem riesigen Berg. Nicht aufzugeben. Immer wieder mache ich kurze Pausen, um tief Atem zu holen, Kraft zu sammeln und nach unten zu schauen. Nach unten schauen ist besser als nach oben. Denn dann sieht man, wie weit man schon gekommen ist und nicht, wie endlos weit es noch ist bis zum Gipfel.



Mount Massive
Weiter geht es über ausgedehnte Geröllfelder


Mittlerweile kommen auch noch zwei andere Wanderer den Berg hoch. Die beiden kennen das ganze Gebiet wie ihre Westentasche und haben schon viele der Berge hier bestiegen. Und als sie so voller Begeisterung erzählen und erzählen, steigt auch bei mir wieder die Lust, weiterzumachen. Diesen Energieschub kann ich jetzt allerdings auch ganz gut gebrauchen, denn von jetzt an geht es richtig steil bergauf. Jeder Schritt kostet eine Unmenge Kraft und richtig tief atmen kann man in dieser Höhenlage über 4.000 Metern auch nicht mehr. Also muss ich jetzt erstmal meinen Atemrhythmus ändern. Nicht mehr zwei Schritte pro Atemzug, sondern nur noch einen. Einatmen - Schritt. Ausatmen - Schritt. Irgendwann nehme ich rings um mich überhaupt nichts mehr wahr. Meine ganze Konzentration liegt nur noch auf diesem Atmen und auf dem nächsten Meter vor mir ...

Endlich habe ich die Kammlinie erreicht. Nach fast 5 Stunden knochenhartem Aufstieg über 10,8 Kilometer und fast 1.400 Höhenmeter liegt der Gipfel des Mount Massive direkt vor mir. Nur noch wenige hundert Meter sind es bis dort drüben. Ein Katzensprung im Vergleich zu dem, was hinter mir liegt.



Mount Massive Peak
Auf dem Gipfel des Mount Massive


Einen Weg gibt es hier oben schon lange nicht mehr. Nur noch dunkelgraue Geröllfelder und ein Wirrwarr aus scharfkantigen Felsbrocken. Und dann bin ich endlich am Ziel. Ich has be es geschafft. Ich habe tatsächlich den Mount Massive bestiegen. Den zweithöchsten Berg der Rocky Mountains. Irgendwie kann ich es noch gar nicht fassen. Aber dann spüre ich einfach nur Freude. Eine Wahnsinns-Freude, dass ich hier oben bin. Dass es diese Berge gibt. Dass die Sonne scheint und dass neben mir noch andere hier oben sind, denen es genauso geht wie mir und die genauso glücklich sind.



Mount Massive Peak
Auf dem Gipfel des Mount Massive








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