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Blue Range Wilderness

Im äußersten Südwesten New Mexicos gibt es so gut wie keine Campingplätze, an denen man übernachten könnte. Ein paar Orte mit ein paar Häusern, sonst nur Berge und undurchdringliche Wälder. Östlich des Highway 180 erstreckt sich die Gila Wilderness, westlich davon die Blue Range Wilderness. Zusammen bilden sie eines der größten Wildnisgebiete des Westens. Hier irgendwo will ich übernachten, denn bis Datil weiter oben im Norden ist es noch weit.

Der einzige Campground, den ich auf der Landkarte ausmachen kann, und in dessen Nähe es auch noch einen Wanderweg gibt, ist Pueblo Park. Es ist schon abend, als ich von der verlassenen Landstraße auf eine Art Waldweg abbiege. Da es den ganzen Tag über immer wieder geregnet hat, ist die Piste schlammig und voller Pfützen. 6 lange Meilen geht es so durch dichten Wald. Nur einmal kommt mir ein Pickup entgegen. Keine besonders einladende Gegend, aber wo soll ich jetzt sonst noch hin so spät am Abend?


Pueblo Park
Am einsam gelegenen Pueblo Park Campground

Der Campingplatz selbst liegt an einer größeren Lichtung direkt an der Grenze zur Wilderness Area. Als ich ankomme, sind die wenigen Plätze schon belegt, das meiste sind kleine Pickup Camper, nur ein, zwei Zelte. Viele haben schon ein Campfire angezündet, um sich vor Beginn der kalten Nacht noch etwas aufzuwärmen. Langsam fahre ich an den Campsites vorbei. Hier ist wirklich kein Platz mehr. Etwas weiter im Wald entdecke ich dann auf der linken Seite noch einen Tisch mit Bänken. Ich weiß zwar nicht, ob man hier zelten darf, aber der Platz sieht gut aus. Kurz entschlossen steige ich aus und baue mein Zelt auf.

Mitten in der Nacht weckt mich ein Geräusch. Ein lautes, aggressives Schnauben. Dann höre ich das Tappsen von Pfoten direkt neben dem Zelt, den Atem eines Tieres. Dann wieder dieses Schnauben. Im Nu bin ich hellwach. Ich versuche, mich nicht mehr zu bewegen, keinen Laut von mir zu geben. Sogar meinen Atem versuche ich so weit zu kontrollieren, dass man nicht das Geringste mehr von mir hören kann. Wie eine zur Salzsäule erstarrte Mumie liege ich da in meinem Schlafsack, unfähig, mich zu rühren, etwas zu tun. Lautlos, bewegungslos lausche ich angestrengt in die Nacht. Hier im Zelt ist es stockdunkel. Ich kann nichts sehen, nichts erkennen. Blitzschnell schießen mir die Gedanken durch den Kopf. Ein Hund kann es nicht sein, denn dann hätte ich ihn schon am Abend bemerkt. Vielleicht ein Kojote? Vielleicht ein Bär? Vielleicht sogar ein Wolf? In dem amerikanischen Reiseführer, den ich habe, stand, dass hier in der Blue Range Wilderness vor kurzem ein Dutzend mexikanische Grauwölfe ausgewildert wurden.

Über eine Stunde liege ich so in meine Gedanken eingefangen regungslos und lausche in die Nacht. Erst dann schlafe ich wieder ein. Aber eine erholsame Nacht ist das nicht mehr.


Blue Range Wilderness boundary - wolf warning
In der Blue Range Wilderness wurden mexikanische Grauwölfe ausgewildert

Als ich in der ersten Morgendämmerung wach werde und aus dem Zelt schaue, sehe ich, dass es schon wieder geregnet hat. Das ganze Zelt ist klatschnass. Und kalt ist es auch. Das Beste, was ich tun kann, ist ein bisschen wandern, damit es mir warm wird. Wenn ich dann zurück komme, scheint vielleicht die Sonne und es ist warm genug, um zu frühstücken und das Zelt abzubauen.

Ich schlüpfe in meine Jeans, packe noch schnell ein paar Sachen in meinen Rucksack und fahre dann mit dem Auto durch den Campingplatz zurück zum Hauptweg. Nicht weit davon entfernt entdecke ich das Schild der Wilderness Boundary. Dies hier muss der Trailhead sein.


Blue Range Wilderness



Einen Weg gibt es allerdings nicht. Quer über eine Wiese geht es hinunter in ein breites, mit hohen Bäumen bestandenes Tal und zum felsigen Bachbett des Pueblo Creek, der jetzt im Hochsommer schon fast ausgetrocknet ist. Um später wieder den richtigen Ausstiegspunkt aus diesem Tal zu finden, lege ich mir an gut sichtbarer Stelle ein paar Äste in Form eines Pfeils auf den Waldboden.


Pueblo Creek Trail
Im abgelegenen Canyon des Pueblo Creek

Der weitere Weg ist dann kein Problem mehr. Ich kann einfach immer dem Bachbett des Pueblo Creek folgen, das sich langsam verengt und schließlich in einen schmalen Canyon mündet. Hier überquert man ein letztes Mal das ausgetrocknete Bachbett und folgt dann auf der linken Talseite dem schmalen, von Steinen und Wurzeln übersäten Pfad, der sich weit oberhalb des Canyons an den bewaldeten Felshängen entlangzieht. Etwa eine Stunde bin ich bereits unterwegs, als mein Blick plötzlich auf eine Tierspur fällt. Ein riesiger Pfotenabdruck, direkt vor mir, aber nur undeutlich erkennbar im dunkelgrauen Sand. Als ich mir den Abdruck genauer ansehe, wird mir klar, dass dies eine Bärenklaue ist. So groß wie meine ausgestreckte Hand.

Vorsichtig schaue ich mich um, suche nach weiteren Spuren. Aber der Weg ist schmal und rechts und links ist nur undurchdringlicher, bewaldeter Steilhang. Wahrscheinlich hat der Bär den Weg an dieser Stelle überquert, um von hier aus hinunter an den Bach zu gelangen.






Na auf jeden Fall habe ich jetzt keine große Lust mehr, weiterzuwandern, denn es ist erst 7 Uhr morgens und ich bin ganz allein hier. Schon bei der Vorstellung, weiter tiefer in diesem schmalen Canyon plötzlich ganz alleine einem ausgewachsenen Braunbären gegenüberzustehen, wird mir ganz anders. Also heißt es, wieder zurück und die Wanderung beenden. Schade eigentlich, denn die Gegend ist wunderschön und auch die Sonne kommt langsam heraus. Auf jeden Fall hat dieser Fußabdruck jetzt mein Interesse geweckt. Vielleicht kann ich ja auf dem Rückweg noch mehr Tierspuren entdecken. Von jetzt an gilt meine ganze Aufmerksamkeit dem Waldboden. Jeder Meter wird sorgfältig abgesucht. Gleichzeitig versuche ich, rechts und links im Wald abgebrochene Zweige oder niedergetretene Blätter zu entdecken, die darauf hindeuten könnten, dass sich hier ein größeres Tier bewegt hat. Aber alles, was ich finde, sind einige kleinere Spuren drunten im feuchten Uferschlamm des Pueblo Creek, darunter dieser Pfotenabdruck, der der Größe und Form nach von einem Kojoten oder Wolf stammen könnte.


Pueblo Creek Trail



Erst weiter bachaufwärts finde ich endlich wieder, was ich suche. Große Bärenspuren, die gut erkennbar sind und den Weg markieren, den das Tier gegangen sein muss. Sorgfältig folge ich den weit ausladenden, gewaltigen Trittspuren auf der linken Seite des Bachbetts, bis sie nach rechts in eine Wiese führen und schließlich am steinigen Bachbett enden.


bear tracks
Dies sind eindeutig Spuren eines Schwarzbären

Von hier ist es jetzt auch nicht mehr weit bis zum Beginn des WanderwegsB. Mit großer Erleichterung entdecke ich meinen gut erkennbaren Astpfeil, der mir den Weg zurück weist zu meinem Geländewagen, der noch immer genauso verlassen in der Landschaft steht wie vor zwei Stunden.

< Einen Hunger habe ich jetzt! Zurück beim Zelt mache ich mir erst mal ein tolles Frühstück. Das habe ich mir jetzt auch verdient. Nach all der Aufregung heute nacht und heute morgen. Und wenn die Sonne scheint, sieht die Welt schon wieder viel freundlicher aus. Nur von Bären habe ich jetzt eine Weile genug. Und auch von einsam gelegenen Campingplätzen mitten im Wald.


Pueblo Park Campground