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Trampas Lakes

Santa Fe und Rocky Mountains? Irgendwie passt das ja nicht so recht zusammen. Oder doch? Wäre ich nicht im August hierher gekommen, wäre ich wahrscheinlich auch nie auf die Idee gekommen, hier in die Berge hinaufzufahren und zu wandern. Aber drunten in der Ebene ist es jetzt einfach zu heiß. Frischluft ist gefragt, und vor allem ein bisschen Bewegung. Dafür sind die südlichen Ausläufer der Sangre de Christos hier zwischen Santa Fe und Taos eigentlich ideal. Sie sind zwar nicht ganz so beeindruckend und hoch wie die Viertausender ein Stück weiter oben in Colorado, aber 3.500 bis 3.900 Meter sind ja auch schon mal nicht schlecht.


Trampas Lakes Campground
Übernachtung am Trampas Lakes Campground

Das erste Ziel, das ich mir aussuche, sind die Trampas Lakes in der Nähe der High Road to Taos, Trail No. 31, eine ziemlich anstrengende Tagestour von 12 Meilen. Laut Buch gibt es direkt am Trailhead auch einen National Forest Campground, das ist praktisch, denn dann kann ich morgen früh gleich losmarschieren, ohne noch lange irgendwo durch den Wald fahren und den Weg suchen zu müssen.

In der Nacht wird es hier zwischen all den Bäumen und direkt in der Nähe des Bachs zwar ganz schön kalt, aber daran habe ich mich mittlerweile auch schon gewöhnt. Warm in mehrere Lagen dicker Socken, Hosen, T-Shirts und Pullover eingepackt, verschwinde ich innerhalb weniger Minuten in meinem Schlafsack. Nicht einmal die Nasenspitze schaut mehr heraus. Da bleibe ich jetzt und rühre mich nicht, bis es Morgen ist, egal, was kommt ;-)

Ein paar Stunden später kommt tatsächlich etwas, das heißt, ich weiß nicht, was es ist, aber ein gellender Schrei von meinen Zeltnachbarn nebenan, und schon ist es aus mit der Waldesruhe. Hundegebell, dann lautes Rufen, wieder ein Schrei, ein Aufblitzen von Taschenlampen, wieder Hundegebell, diesmal lauter und durchdringender, dann hektisches Gerenne, Türenschlagen - du liebe Zeit, was ist denn jetzt bloß los?

Vorsichtig strecke ich meine Nase hinaus in die kalte Nachtluft vor dem Zelt, um herauszufinden, was das alles bedeutet. Aber erkennen kann ich jetzt mitten in der Nacht im stockdunklen Wald so gut wie nichts. Nur das Pärchen vom Zelt neben dem Bach, das jetzt mitsamt dem Hund in den Wagen flüchtet und dort bei laufendem Motor und eingeschaltetem Licht, eingemummelt in dicke Wolldecken, heftig diskutiert und immer wieder mit der Taschenlampe in die Nacht hinausleuchtet.

Vielleicht haben sie ja einen Bären entdeckt, denke ich mir, oder vielleicht hat der Hund einen Bären entdeckt, oder ein Bär den Hund - na , wie auch immer, hoffentlich ist es jetzt bald wieder ruhig, damit ich morgen gut ausgeschlafen bin. Gedacht, getan. Und schon fallen mir wieder die Augen zu :-)

Am nächsten Morgen, d.h. es ist noch immer mitten in der Nacht und stockdunkel, packe ich geschwind meine Sachen, dann ein heißer Kaffee, damit ich an irgendetwas meine halb erfrorenen Hände aufwärmen kann und dann mache ich mich auf den Weg, dick eingepackt wie ein Eskimo, mit Handschuhen, Schal und dicker Daunenjacke, denn schließlich hat es jetzt so früh am Morgen hier oben in den Bergen noch kaum über Null Grad. Das Einzige, was dann hilft, ist laufen, laufen, laufen. Am besten noch bergauf. Dann wird mir schon warm werden. Und irgendwann wird dann auch die Sonne heraus kommen. Nur auf die Bären muss ich ein bisschen aufpassen, wenn ich hier so allein in der Dunkelheit herummarschiere, und auf die Berglöwen. Schließlich ist das eine abgelegene Wilderness Area, und vor Bären habe ich sowieso Respekt, also aufpassen und schauen...


Trampas Lake Trail
Der von Wildblumen gesäumte Trampas Lake Trail

Knapp eine Stunde später wird es endlich heller, so dass ich jetzt auch mehr erkennen kann. Links eine große Gruppe steil aufragender grauer Granitfelsen, rechts unten tief eingeschnittenen der Canyon. Dann wird der Wald etwas offener, lichter, der Weg folgt jetzt direkt dem fröhlich vor sich hinplätschernden Gebirgsbach, mal rechts, mal links, dazwischen immer wieder saftige grüne Wiesen mit riesigen gelben Wildblumen. Und jetzt kommt auch endlich die Sonne heraus. Sonne, Wärme, wie gut das tut! Jetzt kann ich auch endlich meine Jacke ausziehen. Was für ein wunderschöner Tag! Und wie schön es hier ist im Wald!

Auf den letzten anderthalb Meilen wird der Weg dann etwas steiler. In vielen Spitzkehren geht es bergauf und dann ein Stück geradeaus durch den Wald bis zu einem hölzernen Wegweiser. Nach links geht es zu den Lower und Upper Trampas Lakes, nach rechts zum Hidden Lake. Freie Auswahl also.


Upper Trampas Lake
Der malerische Upper Trampas Lake

Der erste See, den ich mir anschaue, ist der Upper Trampas Lake. Richtig malerisch liegt er da, eingerahmt von grünen Nadelbäumen und einer hohen grauen Felswand – ein eiszeitlicher Gletschersee, dessen grünes Wasser so klar und durchsichtig ist, dass man tief unten auf dem Grund jeden einzelnen Stein, jedes Stückchen Holz und all die vermoderten Baumstämme erkennen kann, die hier irgendwann im Lauf der Zeit in den See gefallen sind. Eine kurze Rast, ein bisschen die Sonne genießen, rechts und links ein bisschen um den See herumlaufen. Dann ein Stück den Weg zurück und nach links, zum Lower Trampas Lake, ein wenig kleiner, der Wald näher am Ufer, und dann noch ein Abstecher zum Hidden Lake. Aber auf dem Weg dorthin entdecke ich dann direkt vor mir auf dem Waldboden große, frische Bärenspuren. Also ist es wohl besser, umzukehren und wieder zurückzugehen. Schließlich mus man ja nicht überall gewesen sein, und schließlich ist die Pecos Wilderness ja groß genug für alle - für Mensch und Bär.


Pecos Wilderness
Die Trampas Lakes sind Teil der abgelegenen Pecos Wilderness

Na, auf jeden Fall bin ich froh, dass ich heute hierher gekommen und in den Bergen gewandert bin. Und für den Rückweg kann ich mir jetzt richtig schön Zeit lassen. Mich irgendwo ins Gras legen, oder auf den warmen Waldboden neben den Bach, die Augen schließen, den Vögeln zuhören, die warme Sonne auf der Haut spüren und einfach diesen wunderschönen Tag genießen. Wie heißt es so schön? Carpe diem! Enjoy the day! Genau das werde ich jetzt tun :-)))


Trampas Lakes Trail







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