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Postkutschenüberfälle sind eher selten geworden.
Dafür lauern heute im Wilden Westen andere Gefahren ...


Dieses Jahr läuft irgendwie alles quer. Das hat schon im Valley of Fire angefangen. Kaum habe ich einen schönen Platz zwischen den Felsen gefunden und mein Zelt aufgebaut, höre ich, wie aus dem vorderen rechten Reifen meines Geländewagens Luft entweicht. Nicht viel und auch nicht besonders schnell, aber so hatte ich mir den ersten Tag meines Urlaubs eigentlich nicht vorgestellt. Eigentlich hatte ich vor, den Rest des Tages einfach zu entspannen, nichts zu tun, nur die Schönheit dieses Ortes zu genießen und die angenehme Ruhe hier draußen...

Aber daraus wird jetzt nichts.

Am meisten ärgert mich, dass heute Sonntag ist, denn sonntags kann man im Land der unbegrenzten Öffnungszeiten zwar rund um die Uhr shoppen, aber einen platten Reifen wechseln lassen kann man nicht. Denn Reifenwerkstätten sind auch in den USA sonntags geschlossen. Selbst wenn das unlogisch ist, weil ja am Wochenende mehr Leute auf Schotterpisten unterwegs sind als während der Woche, aber das hilft mir jetzt auch nicht weiter. Es ist einfach so.

Also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen, und zwar bevor die Luft ganz aus dem Reifen ist.
Vielleicht kann mir jemand an der Tankstelle helfen, an der ich auf dem Weg hierher vorbei gefahren bin. Das sind zwar fast 25 Meilen, aber Tankstellen sind sonntags geöffnet und vielleicht habe ich ja Glück und es gibt es dort eine kleine Werkstatt...

Kurz entschlossen setze ich mich wieder ins Auto und fahre zurück zur Tankstelle. Hier ist zwar jede Menge los, aber eine Werkstatt gibt es leider nicht. Dafür empfiehlt mir die nette Verkäuferin an der Kasse Fix-A-Flat. Pro Dose 6,50 Dollar. Rechts hinten im Regal.

Etwas skeptisch schaue ich mir die Spraydosen an. Ob das wohl hilft?????? Schließlich ist so eine Dose ja ziemlich klein und ein Geländewagenreifen ziemlich groß. Vielleicht sollte ich besser gleich zwei kaufen? Während ich noch eine dieser Dosen in der Hand halte und versuche, die in winziger Schrift aufgedruckte Gebrauchsanleitung zu entziffern, zu verstehen und mir das Ganze soweit einzuprägen, dass ich es in 5 Minuten noch weiß, spricht mich auf einmal ein freundlich dreinblickender Mann an. Ob ich ein Problem habe und ob er mir helfen kann.

Na, so was. Das ist aber eine nette Überraschung! Ein Retter in der Not!!!!

Als ich erkläre, was passiert ist und dass ich von Fix-A-Flat keine Ahnung habe, nimmt er einfach zwei Dosen aus dem Regal, lacht und sagt, dass ich die beiden kaufen soll. Er wird draußen auf mich warten und mir dann zeigen, wie es geht. Nun denn.

Beim Auto angekommen, ist die Luft im Reifen schon merklich geschwunden. Aber die Rettung ist ja in Sicht bzw. in der Dose - auch wenn ich mir immer noch nicht ganz vorstellen kann, wie das Ganze funktionieren soll?

Dabei ist es eigentlich ganz einfach -

... nur den kleinen Schlauch aufschrauben, die Dose einmal kräftig schütteln, das andere Ende des Schlauchs ans Ventil setzen und oben auf den Knopf drücken. Schon strömt Pressluft aus und pumpt den Reifen auf. Gleichzeitig strömt flüssiges Gummi ins Innere des Reifens, das das Loch von innen abdichtet. Wow - was für eine geniale Idee! Das ist es, was ich an Amerika so liebe. Erfindungen wie diese :-))))))

Das einzige, was man dann noch machen muss, ist den Wagen zügig fahren - und zwar mindestens eine halbe Stunde. Damit sich das flüssige Gummi gut auf der Innenwand des Reifens verteilt und antrocknet. Gesagt, getan.

Ein herzlicher Händedruck, ein Dankeschön, und schon bin ich wieder 'on the road' - auf dem Weg zurück ins Valley of Fire. Dort angekommen, steige ich aus und halte mein Ohr ganz dicht an den Reifen. Nichts - kein Geräusch. Ich kann es kaum glauben. Es hat funktioniert! Was für ein Wunder der Technik :-)

Campground Valley of Fire

Endlich kann ich die Ruhe hier draußen genießen - Abendstimmung im Valley of Fire

Zwei Tage später - die Luft ist immer noch im Reifen - halte ich auf dem Rückweg nochmal an der gleichen Tankstelle, um mir zwei weitere Dosen dieses Wundermittels zu kaufen. Schließlich hat der Urlaub ja erst angefangen und wer weiß, was noch alles kommt -

... und vielleicht ist beim nächsten Mal ja keine Tankstelle in der Nähe ...

... und niemand, der mir helfen könnte ...

... so better come prepared ...


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